Zufallspitze 3757 m – Monte Cevedale 3769 m - Skihochtour von Hintermartell
Großartige Skihochtour mit Überschreitung zweier markanter Dreitausender, eindrucksvollem Gratverlauf und hochalpinem Panorama in der Ortlergruppe. Der lange Anstieg über Zufallhütte und Marteller Hütte führt zunächst auf die formschöne Zufallspitze, ehe der Übergang zum Monte Cevedale einen faszinierenden Blick in den Fornikessel und zu den großen Gipfeln der Umgebung eröffnet.
Diese Tour ist Teil der Skitourenregion Martelltal mit über 40 beschriebenen Skitouren und Skihochtouren im Herzen der Ortler Alpen.
→ Alle Skitouren im Martelltal entdecken
Hüttenzustieg von Hintermartell über Zufallhütte und Marteller Hütte
Vom Parkplatz Hintermartell folgt man dem gut erkennbaren Hüttenweg zunächst durch lichten Wald in südwestlicher Richtung taleinwärts. Bei einer freien Fläche unterhalb des markanten Felsabbruchs, auf dem die Zufallhütte liegt, führt die Spur in einem Rechtsbogen hinauf zur Hütte.
Nach der Zufallhütte verläuft der Anstieg links an der Kapelle vorbei zum Schlachthaus und durch einen Einschnitt zwischen Felsriegeln aufwärts. Vorbei an der alten Staumauer wird der flache Talboden des Plimabaches erreicht. Vor einer kleinen Brücke hält man sich links und steigt über eine steile Hangstufe südwärts in das weite Talbecken südwestlich der Marteller Hütte auf, die auf 2610 m liegt.
Aufstieg von der Marteller Hütte auf die Zufallspitze
Die Marteller Hütte bleibt links liegen, anschließend wird an der linken Talseite weiter südwärts taleinwärts aufgestiegen. Über sanfte, weitläufige Gletscherflächen geht es aufwärts, zunächst links haltend auf eine erste kurze Steilstufe zu. Diese wird nahe der Felsen in Spitzkehren überwunden, danach erreicht man das obere, flachere Gletscherplateau.
Weiter links haltend werden die Gletscherbrüche umgangen und die nächste, schmalere Steilstufe westlich des Gipfels angesteuert. Diese wird rechts überwunden und führt auf eine Rampe, die südwärts auf einen Felsrücken hinauszieht. Entlang dieses Rückens geht es steiler aufwärts, bis links in die steile Südwestflanke der Zufallspitze gewechselt werden kann. Entweder wird hier ein Skidepot eingerichtet oder mit Skiern am Rücken direkt am felsigen Blockgrat weiter aufgestiegen. Die letzten Meter führen unschwierig auf das kleine Gipfelplateau der Zufallspitze auf 3757 m.
Übergang von der Zufallspitze zum Monte Cevedale
Vom Skidepot am Kamm wird schräg abgefahren und flach bis zu einem sperrenden Felsblock gequert. Dieser wird links umgangen, meist zu Fuß, anschließend erfolgt der Wiederanstieg auf den Kamm. Der weitere Übergang zum Gipfelaufbau des Monte Cevedale verläuft leicht ausgesetzt. Je nach Verhältnissen wird der Gipfel mit Skiern oder zu Fuß erreicht. Der Monte Cevedale liegt auf 3769 m.
Abfahrt über den Langenferner
Die Abfahrt erfolgt zunächst entlang der klassischen Aufstiegsroute hinab in das flache Gletscherbecken des Langenferners. Im sehr steilen Hangbereich ist auf die Randspalte zu achten. Leicht fallend geht es nach Nordnordwesten bis fast zur Casatihütte. Noch vor der Hütte wird rechts gehalten und in einem weiten Rechtsbogen auf den nördlichen Teil des Langenferners abgefahren. Anschließend führt die Route ostwärts über den weiten Ferner bis zu zwei markanten Felsköpfen. Zwischen diesen hindurch geht es über einen kurzen Steilhang in die Kachl. In gleichmäßigem Abstand zu den seitlichen Steilflanken wird dem Plimatal talaus gefolgt, bis die bekannte Aufstiegsspur erreicht ist, der man weiter talaus bis zum Ausgangspunkt folgt.
Tourenorganisation und Etappenvariante
Diese eindrucksvolle Rundtour lässt sich sehr gut auf zwei Tage aufteilen. Eine Übernachtung auf der Marteller Hütte ermöglicht eine entspannte Durchführung und reduziert den zweiten Tourentag deutlich. Als sinnvolle Ergänzung bietet sich am ersten Tag die Besteigung der Köllkuppe an. Dadurch lassen sich rund 600 Höhenmeter, etwa 4 Kilometer Aufstieg und rund zwei Stunden Gehzeit einsparen.
Tourenvielfalt rund um Hintermartell
Im Umfeld von Hintermartell eröffnen sich zahlreiche weitere hochalpine Skitouren. Die Dritte Veneziaspitze und die Hintere Schranspitze bieten anspruchsvolle Alternativen, während Köllkuppe und Monte Cevedale klassische Skigipfel darstellen. Auch Touren auf Suldenspitze, Butzenspitze, Madritschspitze und Hintere Schöntaufspitze ergänzen das weitläufige Tourengebiet.
Routenplanung
Die Länge der Tour, der Übergang zwischen den Gipfeln und die Gletscherabfahrt erfordern eine sorgfältige Planung. Besonders im Bereich der Randspalten und am Gratübergang sind stabile Verhältnisse und gute Sicht entscheidend. Ein früher Start erhöht die Sicherheitsreserven deutlich.
Entdecke Deine Sommerwege im Wipptal 2026!
Kartenansicht
| Tourenkategorie | Skitour, Dreitausender-Skitouren |
| Gebirgsgruppe | Ortler Alpen |
| Region | Martelltal |
| Talort | Martell, 1293 m |
| Gehzeit Ziel | 5,5-6 Std. |
| Gehzeit Gesamt | 6-6,5 Std. |
| Höhendifferenz Ziel | 1747 Hm (Zufallspitze) |
| Höhendifferenz Gesamt | 1833 Hm (Cevedale) |
| Weglänge Ziel | 9,8 Km (Zufallspitze) |
| Weglänge Gesamt | 10,7 Km (Cevedale) |
| Ausgangspunkt | Parkplatz Hintermartell - kurz nach dem Gasthof Enzian im Talschluss vom Martelltal, 2051 m |
| Schwierigkeit |
Skitechnisch schwierig. Kurze steile Gletscherstufen zu überwinden mit kurzer Steilabfahrt Richtung Casatihütte (Randspalte) - bei Blankeis unbedingt Steigeisen und meist auch Seilsicherung! |
| Ausrüstung |
Komplette Gletscherausrüstung |
| Exposition | N, NO, O |
| Lawinengefahr |
Mitunter lawinengefährdet. Achtung bei den zwei Steilstufen am Fürkeleferner und im Südhang auf die Zufallspitze (kann man gut über den Grat umgehen!). Beachten Sie auch die Infos in der Lawinenkunde! |
| Lawinenwarndienst | Beachten Sie den allgemeinen Lawinenwarndienst! |
| Beste Jahreszeit | Februar bis Mai |
| Kartenmaterial |
Kompass Karte Nr. 52 Vinschau
Tabacco Ortles Cevedale Ortlergebiet |
| Anfahrt |
A22 Brennerautobahn zur Ausfahrt Bozen Süd und entlang der Mebo (Schnellstraße) nach Meran. Weiter auf der B 38 Richtung Reschen zur Ortschaft Goldrain. Dort links in das Martelltal bis in den Talschluss nach dem Zufrittsee zum Parkplatz Hintermartell.
Aus der Schweiz oder über den Reschenpass kommend in den Vinschgau und Richtung Meran nach Goldrain und rechts in das Martelltal.
Routenplanung |
| Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln | Mit der Vinschgerbahn nach Goldrain und von dort mit dem Bus in das Martelltal (https://www.sii.bz.it/). |
| Parkmöglichkeit | Direkt nach dem Gasthof Enzian und auch noch wenige Meter weiter talein. |
| Einkehrmöglichkeiten Alternativ | Gasthof Enzian (2051 m), (Zufallhütte (2265 m) und Marteller Hütte (2610 m) |
| Autor | Ernst Aigner – Gebietskenner und Autor bei Almenrausch. Seit vielen Jahren unterwegs in Tirol, Südtirol und Osttirol mit Schwerpunkt auf Berg-, Winter- sowie MTB- & E-Bike-Touren. |
| Zugriffe | 47 (Oktober 2026) |
| Zugriffe Gesamt | 16214 (seit März 2013) |
Empfehlungen: Unterkunft u. Einkehr, Essen & Trinken, Shoppen & Erleben
Soll die Tourenbeschreibung mit oder ohne Karte gedruckt werden?
Soll die PDF Version mit oder ohne Medien heruntergeladen werden?
Die hier angeboten Tracks zum Download wurden alle selbst aufgezeichnet und alle Touren selbst begangen. Dennoch sollen sie nur eine unterstützende Funktion bei Ihrer Tourenplanung sein. Speziell bei den Skitouren ändern sich bekanntlich die Verhältnisse immer wieder. Die Aufstiegsspur und der damit aufgezeichnete Track, war nur zum jeweiligen Zeitpunkt und Stunde die richtige Wahl!
Die Tracks wurden sorgfältig aufgezeichnet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Der Autor kann für eventuelle Unfallfolgen, Schäden oder Nachteile, die bei der Durchführung der hier vorgestellten Touren und Informationen entstehen, keine Haftung übernehmen.