Innere Pederspitze 3295 m – Skitour von Hintermartell
Anspruchsvolle Skitour durch das eindrucksvolle Madritschtal mit steilem Gelände, klarer Linienführung und vielfältigen Varianten. Der lange Anstieg führt durch ein tief eingeschnittenes Hochtal bis zum Schöntaufjoch und weiter auf einen aussichtsreichen Gipfel zwischen Martell- und Suldental, der bei guten Bedingungen auch Überschreitungen ermöglicht.
Diese Tour ist Teil der Skitourenregion Martelltal mit über 40 beschriebenen Skitouren und Skihochtouren im Herzen der Ortler Alpen.
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Aufstieg von Hintermartell durch das Madritschtal
Vom Parkplatz Hintermartell folgt man zunächst dem gut erkennbaren Weg in Richtung Zufallhütte. Der Anstieg führt zuerst durch ein Waldstück, ehe man eine weite freie Fläche unterhalb des markanten Felsabbruches erreicht, auf dem die Zufallhütte liegt. Auf etwa 2180 m wird die Route zur Hütte verlassen und rechts über einen steileren Hang in mehreren Kehren aufgestiegen, bis ein weiter Talboden erreicht ist.
In diesem hält man sich zunächst eher mittig und steigt nur leicht ansteigend westwärts taleinwärts, bis eine kurze Steilstufe erreicht wird, dort wo sich das Madritschtal deutlich verengt. Bei sehr sicheren Verhältnissen kann im Talgrund geblieben werden, wobei in einem weiten Rechtsbogen der Talkessel südlich der Hinteren Schöntaufspitze und der Inneren Pederspitze erreicht wird. In diesem Abschnitt werden sehr steile seitliche Flanken passiert.
Sicherere Variante in den Talkessel und zum Schöntaufjoch
Etwas defensiver gelangt man in den Talkessel, indem man sich nach dem flachen Talboden rechts hält und über gut gestuftes Gelände in ein Becken südlich der Sonnenwand aufsteigt. Von dort führt die Route übersichtlicher in den Talschluss.
Aus dem Talschluss wird nordwärts über sanft ausgeprägte Rücken und kleine Mulden auf den Gratrücken südwestlich des Schöntaufjochs zugestiegen. Die letzten Meter führen unterhalb des Grates nach rechts querend in das Schöntaufjoch auf 3168 m. Dabei ist darauf zu achten, nicht zu weit nach rechts in Richtung des sehr steilen Gipfelhangs der Pederspitze zu geraten.
Schlussanstieg auf die Innere Pederspitze
Meist wird im Bereich des Jochs ein Skidepot eingerichtet. Vom Gratrücken geht es zunächst entlang des Kamms, anschließend oberhalb des sehr steilen Südhanges kurz rechts haltend und schließlich über den breiten Gratrücken aufwärts zum Vorgipfel mit Steinmann auf 3295 m. Der etwas weiter nördlich gelegene Hauptgipfel ist nur in leichter Kletterei erreichbar und wird in der Regel nicht besucht.
Abfahrt
Die Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegsroute. Vor dem letzten Steilhang zurück ins Tal besteht die Möglichkeit, sich rechts zu den Felsen zu halten und mit einem kurzen Gegenanstieg von etwa 20 bis 30 Höhenmetern einen Abstecher zur Zufallhütte einzubauen.
Variantenhinweis
Bei sehr guten Verhältnissen ist eine Überschreitung mit Abfahrt ins Pedertal möglich. Dabei muss im oberen Bereich ein Felsgürtel überwunden werden, was entsprechende alpine Erfahrung voraussetzt.
Tourenvielfalt rund um Hintermartell
Das Gebiet um Hintermartell bietet zahlreiche anspruchsvolle Skitouren. Die Hintere Schranspitze ergänzt das Madritschtal um einen ruhigen Hochgebirgsgipfel, während die Dritte Veneziaspitze eine klassische Gletschertour darstellt. Als große Unternehmungen gelten die Überschreitung von Zufallspitze und Monte Cevedale sowie die Touren auf Suldenspitze, Butzenspitze und Madritschspitze.
Routenplanung
Die Länge der Tour, das steile Talgelände und die Querungen im oberen Bereich erfordern eine sorgfältige Planung. Besonders im Madritschtal ist eine kritische Einschätzung der Schnee- und Verhältnissituation notwendig. Ein früher Start und stabile Bedingungen sind für diese Skitour entscheidend.
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Kartenansicht
| Tourenkategorie | Skitour, Dreitausender-Skitouren |
| Gebirgsgruppe | Ortler Alpen |
| Region | Martelltal |
| Talort | Martell, 1320 m |
| Gehzeit Gesamt | 3,5-4 Std. |
| Höhendifferenz Gesamt | 1245 Hm |
| Weglänge Gesamt | 6,4 Km |
| Ausgangspunkt | Parkplatz Hintermartell - kurz nach dem Gasthof Enzian im Talschluss vom Martelltal, 2051 m |
| Schwierigkeit |
Skitechnisch mittelschwierig |
| Exposition | S, SO, O |
| Lawinengefahr |
Mitunter bis häufig lawinengefährdet. Beachten Sie auch die Infos in der Lawinenkunde! |
| Lawinenwarndienst | Beachten Sie den allgemeinen Lawinenwarndienst! |
| Beste Jahreszeit | Februar bis Anfang Mai |
| Kartenmaterial |
Kompass Karte Nr. 52 Vinschgau
Tabacco Karte Blatt 08 Ortlergebiet-Ortles Cevedale |
| Anfahrt |
A22 Brennerautobahn zur Ausfahrt Bozen Süd und entlang der Mebo (Schnellstraße) nach Meran. Weiter auf der B 38 Richtung Reschen zur Ortschaft Goldrain. Dort links in das Martelltal bis in den Talschluss nach dem Zufrittsee zum Parkplatz Hintermartell.
Aus der Schweiz oder über den Reschenpass kommend in den Vinschgau und Richtung Meran nach Goldrain und rechts in das Martelltal.
Routenplanung |
| Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln | Mit der Vinschgerbahn nach Goldrain und von dort mit dem Bus in das Martelltal (https://www.sii.bz.it/). |
| Parkmöglichkeit | Direkt nach dem Alpengasthof Enzian und auch noch wenige Meter weiter taleinwärts. |
| Einkehrmöglichkeiten Alternativ | Bei der Abfahrt mit kleinem Umweg in der Zufallhütte (2265 m) ansonsten am Parkplatz in der Enzianhütte (2051 m). |
| Autor | Ernst Aigner – Gebietskenner und Autor bei Almenrausch. Seit vielen Jahren unterwegs in Tirol, Südtirol und Osttirol mit Schwerpunkt auf Berg-, Winter- sowie MTB- & E-Bike-Touren. |
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Die hier angeboten Tracks zum Download wurden alle selbst aufgezeichnet und alle Touren selbst begangen. Dennoch sollen sie nur eine unterstützende Funktion bei Ihrer Tourenplanung sein. Speziell bei den Skitouren ändern sich bekanntlich die Verhältnisse immer wieder. Die Aufstiegsspur und der damit aufgezeichnete Track, war nur zum jeweiligen Zeitpunkt und Stunde die richtige Wahl!
Die Tracks wurden sorgfältig aufgezeichnet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Der Autor kann für eventuelle Unfallfolgen, Schäden oder Nachteile, die bei der Durchführung der hier vorgestellten Touren und Informationen entstehen, keine Haftung übernehmen.