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Outdoor-Wissen: Bäume und Pflanzen in den Alpen

Die österreichischen Alpen sind ein Highlight für all jene, die sich gerne in freier Natur aufhalten und dabei unterschiedlichste Vegetations-Räume erkunden möchten. Vom Tal bis hinauf auf den Gipfel gibt es hier viel zu entdecken, denn auch die Pflanzen passen sich den Bedingungen in der Höhe an. Umso schöner ist es, schon vor einer langen Bergwanderung zu wissen, was sich in welcher Zone tut.
Ein Überblick: 

Stufe 1: Die Sub-Montane

Die submontane Stufe, häufig auch kolline Stufe genannt, beschreibt die Talflächen der Alpen und reicht bis etwa 800 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist oft Ausgangpunkt für Wanderungen in die nähere Umgebung und verfügt über eine reiche Flora und Fauna.

So finden Wanderer in der kollinen Stufe vor allem natürlich gewachsene Laubwälder mit

  • Eichen,
  • Ahorn,
  • Buchen
  • und Linden


im Norden. Ebenfalls zu sehen sind hier hin und wieder Weinberge. Im Süden der Alpen bestehen die Wälder oft aus

  • Edelkastanie,
  • Kiefer
  • und Eiche.


Zudem nutzen viele Landwirte dort das vorteilhafte Klima für den Anbau von Edelobst. In Mischwäldern auf dieser Stufe lassen sich sowohl Fichten als auch Tannen sehen.

Stufe 2: Die Montane

In der montanen Stufe wird es für die Laubbäume bereits etwas schwieriger. Zwischen 800 und 1.400 Meter über dem Meeresspiegel befinden sich Wanderer in dieser Zone. Je nach Region wachsen in der montanen Stufe Nadelbäume wie Fichten und Tannen sowie vereinzelt noch belaubte Ahornbäume und Buchen.

Je höher Wanderer in der montanen Stufe gelangen, desto deutlicher zeigt sich der Wechsel von Laub- und Misch- zu reinem Nadelwald. In wärmeren Regionen hält sich so manche Buche aber auch bis in eine Höhe von rund 1.500 Metern.

Stufe 3: Die Sub-Alpine

Ab einer Höhe von etwa 1.500 bis 1.600 Metern über dem Meeresspiegel beginnt die subalpine Stufe, die bis auf 2.000 Meter reicht. Fichten- und Lärchenwälder dominieren. Wer genau hinsieht, wird im dichten Nadelwald jedoch auch andere Vertreter dieser Baumfamilie finden.

So gedeiht in dieser Höhe ebenfalls die berühmte Zirbelkiefer, deren Holz bei Freunden aromatischer und widerstandsfähiger Möbelhölzer beliebt ist. Dem Zirbenholz werden nicht nur schlafverbessernde Effekte nachgesagt, sonder auch weitere interessante Eigenschaften. "Das Holz enthält bis zu 0,5% Pinosylvin, welches eine bakterienhemmende Wirkung aufweist und somit Motten und anderen Insekten wenig Chancen lässt." (Quelle: https://www.betten.at/lexikon/zirbenholz.html)

Natürlich ist nicht die gesamte subalpine Stufe mit Wald bedeckt. Oft stoßen Wanderer hier auf freie Flächen mit weiten und üppigen Wiesen. Viele Blumen wie

  • Trollblume,
  • Türkenbund-Lilie,
  • Alpenklee,
  • Enzian
  • oder auch Akelei


finden hier ideale Wachstumsbedingungen. An Quellen und Bächen lohnt es sich, Rast machen, denn hier herrscht auch im Sommer ein angenehmes Klima, in dem sich Amphibien und außergewöhnliche Pflanzen wie die Alpenanemone wohlfühlen. Ein wenig Hilfe beim Bestimmen von Alpenblumen bietet das Lexikon unter alpenverein.at.

Am oberen Rand der subalpinen Zone liegt die Waldgrenze. Wer nun weiter wandert, verlässt die dichten Wälder und wird nur noch vereinzelt auf Baumgruppen stoßen. Viel stärker beeinflusst wird die Landschaft hier von zwergwüchsigen Bäumen, Wiesen und besonderen Blumen geprägt.

Stufe 4: Die Alpine

Wanderer, die die alpine Stufe erreichen, haben das Dach der Alpen beinahe erklommen. Bis in eine Höhe von 25.500 bis 3.000 Meter hinauf geht es hier zwar weitestgehend baum- und buschlos, aber keinesfalls karg zu. Die alpine Zone ist der ideale Platz, um Hochgebirgspflanzen zu sehen.

Zwischen den Almen in niedrigeren Gefilden bis hin zum allmählich felsigeren Untergrund wachsen trotz der kurzen Sommer die schönsten Pflanzen. Alpenglöckchen, Alpenleinkraut und Alpenrosen begleiten Naturfreunde entlang des Weges. In geschützten Ecken nahe Felsen finden sich gelegentlich auch die Blumen der subalpinen Stufe.

Stufe 5: Die Nivale

Höher geht es nun nicht mehr. Die nivale Stufe ist jene, in der das ganze Jahr über Schnee liegen kann. Entsprechend kühl ist es hier. Welche Höhe als Startpunkt für die nivale Stufe gilt, kann nicht pauschal gesagt werden, denn hier spielen lokale Grenzen für Schneefall die wichtigste Rolle. Die Pflanzenwelt verliert beim Eindringen in die nivale Zone an Lebendigkeit. Zu sehen sind so weit oben vor allen Dingen Felsen, kleine Rasenstellen, Flechten und Moos. Wenige Blumen wie der Gletscher-Hahnenfuß, Gletschernelken oder Alpenastern schaffen es, auch in dieser Stufe zu überleben und nutzen den Schnee oftmals als Isolationsschicht. 

Da die durchschnittliche Jahrestemperatur in der nivalen Zone bei weniger als minus drei Grad liegt, sollten sich Wanderer und Bergsteiger gut auf das Bewegen in solchen Höhen vorbereiten. Nebst solider Outdoor Bekleidung gehören auch ausreichend Proviant, Kleidung für wechselhafte Witterung und sicheres Schuhwerk zur Grundausstattung.

Vor langen Touren in Richtung Hochalpen sollten Touristen außerdem stets ihren Plan an Dritte kommunizieren. Wissen diese hinsichtlich der Planung Bescheid, kann im Falle einer deutlichen Verspätung schneller und deutlich zielgerichteter Hilfe geschickt werden. Wichtig ist es außerdem, sich nie zu überschätzen und nur jene Touren auszuwählen, die zu den persönlichen Fähigkeiten passen.

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