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Kleine Gletscherkunde

Die augenfälligste Eigenheit, die dem Hochgebirge einen besonderen (und besonders ernsten) Charakter verleiht, ist die Vergletscherung. Schneemassen, die sich über Jahrtausende angesammelt haben und unter dem Druck ihres Eigengewichts in mehreren Stadien zu Gletschereis >verschmolzen< sind, fließen langsam zu Tal.
Geländeunebenheiten unter dem Gletscher bewirken dabei unterschiedliche Fließgescheindigkeiten des Eises, wodurch Spalten aufreißen.
Nach oben offene, aufgerissene Eisklüfte über Bodenerhebungen heißen V-Spalten, wegen Staudrucks nach unten geöffnete Klüfte meist unterhalb von Gefällsstrecken A-Spalten.
Ansonsten sind die Eiswände der Spalten mehr oder weniger parallel.
Da die am schnellsten fließende Hauptmasse des Gletscherstroms sich normalerweise zurMitte hin befindet und das Eis am seitlichen Fels oder der Seitenmoräne entlangreibt, entstehen an den Rändern Radialspalten.
• Querspalten tauchen an und oberhalb von steileren Gefällsabschnitten wegen lokal erhöhter Fließgeschwindigkeit auf.
Längsspalten entstehen über flußparallelen Rücken unter dem Gletscher durch lokales Aufreißen des Eises.
Als Bergschrund bezeichnet man die Kluft zwischen fließendem und stehendem Eis. Er ist ohne Schneebrücke meist nur schwer zu überwinden !
Eine Randkluft
öffnet sich durch Abschmelzen des Eises am wärmeleitenden Fels. Beim Übertritt von Eis auf Fels sollte man die Tatsache auch bei scheinbar bündig abschließender Schneedecke beachten und deren Festigeit prüfen !

 

 
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